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AQUARELLE Wolfgang Baxrainer
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 © Copyright by Wolfgang Baxrainer - Hallein / Austria

Nun - das richtige Aquarellpapier gibt es nicht, das muss man selbst finden - sich selbst "erarbeiten". Bedingt durch die persönlich bevorzugten Maltechniken findet man irgendwann „seine“ Aquarellpapiersorte. Allerdings sind die guten Aquarellpapiere meist nicht die billigsten - von einigen Ausnahmen abgesehen.


Einer meiner wichtigsten Merksätze bei Grundlagenkurse für Anfänger (und/oder Wiedereinsteiger) ist: Spare niemals beim Papier!


Es ist möglich, mit preiswerten Pinseln und günstigen Farben auf gutem Papier ein ansprechendes Bild zu malen, auf minderwertigem Papier ist dies aber mit allerbestem Farb- und Pinselmaterial schier unmöglich. Also: Hände weg von billigen Aktionspapieren - man handelt sich fast immer nur Misserfolge und Frust ein.

In meinen Kursen empfehle ich Anfängern folgende Papiere - in 4-seitig verleimten Blöcken:



für Fortgeschrittene:



Alle Papiere also in "Feinkorn" (grain fin oder grana fina), da dieses leicht raue Papier für fast alle Aquarelltechniken geeignet ist. Motivabhängig oder bei größeren Formaten kann es dann auch mal die gröbere Körnung (meist als "rau" oder "grain" bezeichnet) sein.


Wenn man aber irgendwann "sein" Papier gefunden hat, sollte man möglichst auch dabei bleiben. Man kennt dann die Eigenheiten des Materials, wie Verlaufseigenschaft, Farbaufnahme, Leuchtkraft, Lasurfähigkeit, man weiß, ob eventuell Auswaschungen oder Korrekturen machbar sind.

Das "richtige" Aquarellpapier

Aquarellblock - oder das Papier aufziehen?

Ich persönlich verwende vorwiegend zwei Papiere:


TIPP:
Auf meinen Malreisen habe ich jedoch (aus Gewichts- bzw. Transportgründen) das bewährte ARCHES oder SAUNDERS WATERFORD (jeweils 300 g/m²) in verleimten Blöcken zusätzlich dabei.



Da das ARCHES - Aquarellpapier sehr hart ist, kann es bei nasser Malweise vorkommen, dass sich der gut unüberlegte Papierblock vom dicken Trägerkarton löst (siehe Abbildung).

Um dies zu verhindern und ein mögliches Wellen des Papiers zu unterbinden, umklebe ich die Ränder mit einem glatten Krepp-Band.



Auf aufgezogenem (aufgeleimten) INGRES-Papier male ich bereits seit über 40 (!) Jahren. Früher gab es dieses hervorragende Papier nur in 90 g/m² Stärke, selten auch mit 130g/m² von Daler-Rowney. Ein befreundeter, leider schon verstorbener Aquarellist aus meiner Heimatstadt (Eduard Schmegner) empfahl es mir damals wärmstens.

Auch das dünne (185 g/m²) ARCHES verlangt nach Aufleimung auf Spanplatte, würde es sich ansonsten doch viel zu stark wellen. Beide Papiere gibt es in Großbögen (ARCHES auch in Rollen) zu kaufen, und wird dann von mir in meine beiden üblichen Formate gerissen.

Das Aufziehen (aufleimen) des Papiers:

Wie bereits erwähnt, ziehe ich mein Papier auf Spanplatten auf. Beidseitig, damit sich die Platte nicht zu leicht verziehen kann. Dazu verwende ich seit fast 40 Jahren Tapetenkleister. Versuche mit verdünntem Eiklar waren für mich nicht zufriedenstellend.


Jeder, der nun ein Patentrezept erwartet, irrt.

Das kann es auch nicht geben, gibt es doch zu viele unterschiedliche Arten von Tapetenkleister. Methylan, Vlies, Pufas, Sycofix, Tesa, Glutolin - um nur einige zu nennen. Und das noch in verschiedenen Stärken, je nach Schwere der aufzuklebender Tapete, also "Normal", "Spezial", "Instant" usw.

Es ist im Prinzip vollkommen egal, welchen Tapetenkleister Sie verwenden - Sie müssen nur vorher Testleimungen durchführen, um festzustellen, ob die Leimung zu schwach - oder zu stark ist. Obwohl ich "meinen" Leim seit Jahren kenne, mache ich dennoch sicherheitshalber Tests. Ich richte mir auch immer gleich mehrere Liter Tapetenkleister an, meistens reicht die Menge dann gut ein Jahr lang.

Fertig angerührten Tapetenkleister bewahre ich in großen Einweckgläsern auf. Diese werden "kopfüber" gelagert, um jegliche Luftzufuhr zu verhindern. So aufbewahrt, hält sich der fertige Kleister jahrelang!


Natürlich ist das Aufziehen loser Blätter mit Arbeit verbunden. Wenn man aber einmal auf derart aufgeleimten Papier gemalt hat, möchte man das nie wieder missen. Wetten? Und da ich immer mindestens zehn Platten (beidseitig) aufziehe, geht das dann wieder relativ schnell. Ich habe allerdings auch einige Übung darin...


Vorbereiten der Holzplatten:

Wichtig sind die passenden, vorbereiteten Holzplatten. Ich verwende hauptsächlich zwei Größen, 35x47 cm (8mm Pappel-Sperrholz) und 43x52 cm (10 mm Pappelsperrholz). Bei neuen Platten werden die Kanten und Ecken mit Schleifpapier leicht gerundet, um Kratzer und Papierverletzungen zu vermeiden. Dann wässere ich die Platten leicht. Beim anschließenden Trocknen stellen sich die Holzfasern leicht auf, anschließend wird mit feinem 180-er Schleifpapier glatt geschliffen.

Nun streiche ich mit einem breiten Pinsel (keine Rolle!) die Platten mit einer stark verdünnten (etwa 1 Teil Farbe, 1 Teil Wasser), weißen Dispersionsfarbe beidseitig ein. Nach dem vollständigen Durchtrocknen werden die Platten nochmals leicht glatt geschliffen - und sind nun bereit zum Aufziehen des Papiers.

Der Vorteil dieser Vorbereitung: Der Tapetenkleister dringt nicht zu tief ins Holz ein, das Papier lässt sich leichter lösen. UND: Das aufgezogenen Papier wirkt weißer, da durch den milchige Dispersionsanstrich die Holzmaserung nicht mehr durch das dünne Papier durchscheint. Besonders wichtig bei 90 oder 100 g/m² Papieren....


Tapetenkleister anrichten:

Ich verwende Methylan "normal", und nehme auf einen Liter Wasser etwa 2 gestrichen Esslöffel Leim. Kurz durchrühren und stehen lassen. Nach etwa 1 Stunde nochmals kurz durchschlagen bzw. stark durchrühren (ich mache das immer mit der Hand) und soweit mit Wasser verdünnen, bis der Leim etwa die Konsistenz von Sahne hat - eventuell etwas dünner für das Inges-Papier.

Danach unbedingt Probeaufstriche (ich verwende Abfallstreifen des Inges- bzw. Arches-Papiers) machen und 24 Stunden trocknen lassen. Eine kleine Ecke des Papiers bleibt zum leichteren Ablösen leimfrei. Das Papier soll sich nach dem Trocknen relativ leicht, jedoch nicht zu leicht, von der Platte lösen. Ansonsten muss die Konsistenz angepasst - und weitere Proben angefertigt werden.


Papier aufziehen:



Nach dem Malen, wenn das Papier wieder gut trocken ist, entferne ich zuerst vorsichtig das Kreppband, indem ich es in schrägem Winkel abziehe. Danach fahre ich mit einem stumpfen Messer (noch besser einer Spachtel) unter eine Ecke und kann das Papier leicht ablösen.


Bei Problemen:

Es kann vorkommen, dass sich das Papier wegen zu starker Leimung nicht so leicht vom Holzbrett löst. Wenn Sie eine Ecke anheben können, habe Sie schon gewonnen: Dampfen Sie kurz mit einem Dampfbügeleisen (es gibt sehr praktische, kleine Dampfbügler für unterwegs) auf die Unterseite des Papiers. Wenn Sie dies einige Male tun und das Papier dabei leicht anheben, lässt es sich tatsächlich ganz leicht - und ohne jeglichen Farbverlust - lösen. Auf einer Reise musste ich mal das fertige Bild kurz in die Sauna stellen, was natürlich auch die Farben etwas schwächte. Seither habe ich immer einen kleinen "Reisedampfer" mit dabei...


Sollte sich nach so einer Tortur das Papier leicht wellen oder rollen, streich ich die "Leimseite" kurz mit Wasser ein (Leim ist ja noch ausreichend drauf) und klebe das Blatt auf eine Resopal- oder Glasplatte. Nach dem Trocknen löst sich das Papier ganz von alleine und ist glatt - wie gebügelt.